Die Chronik

Im alten Grundbuch wird das Haus am Marktplatz Nr. 9, das
S a n d h a u s
genannt. Grundherrschaft Probstei Mattighofen. In den Briefnottlbüchern liest man von "Eggenfeld´sche Behausung". Abwechslungsreich ist die Vergangenheit in Beziehung ihrer Besitzer und der Gewerbe auf dem Haus Nr. 9. Schon Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Eggenfeldner als Weißbierschenke erwähnt. Weißbiertrinker muß es damals sehr viele gegeben haben. Man findet im Markt 6-7 Weißbierleutgeber. So wurden die Wirte im Briefnottlbuch vielfach genannt. Von einem Braunbierwirt ist niemals die Rede.
Auszug aus der Hauschronik
1640 verkauft Christoph Taimer, Herr auf Schloß Mühlheim, an den Wirt Leopold Würdinger- das Sandhaus
1693 scheint im Briefnottlbuch der Verkauf des Hauses auf. Friedrich Eggenfeldner- Weißbierleutgeber und seine Frau Sophie verkaufen an Abraham Kaufmann. Das Haus stand zwischen Mayerhofer und Buchner- Metzger ( jetzt Schöppl-Metzger). Auch das Wolfbauergütl in Ach und die Behausung März- oder Gruntnerbehausung genannt (das heutige Ullmann-Hutererhaus) kauft Abraham Kaufmann. Dieser war verehelicht mit Elisabeth, Tochter des Tobias Frühammer, Bräuer in Altheim.
1730 findet man im Briefnottlbuch den Übergabsvertrag der Witwe Elisabeth Kaufmann unter Beistandsleistung ihres Bruders Johann Fühammer- Bräuer auf dem jetzigen Schöppl bzw. Napoleonhaus. Diese übergibt ihrer Tochter Helena und ihrem Ehewirt Josef Loderfeder und deren Nachkommen und Erben das durch den Kauf 1693 an sich gebrachte Recht und die Erbgerechtigkeit das Sandhaus samt Stadel, Stallung und Garten und das daranstoßende Gruntnerhaus, sowie das Wolfbauergütl in Ach, weiter die Wiesmat und die Danglfinger Äcker sowie die Fahrwies.
1762 geht nach dem Grundbuch Mauerkirchen das Haus Nr. 9 durch Kauf an Michl Pöschl, Tuchscherer, über. Ein Sohn des Georg Pöschl, Gerichtsdiener in Griesbach in Bayern, vermählt sich mit Katharina Steiniger.
1787 übernimmt Michl, Sohn des Michl Pöschl das Haus und das Tuchscherer-gewerbe und verehelicht sich mit Ursula Friedl.
1834 folgt wieder Michl, Sohn des Michl Pöschl, welcher sich mit Kunigunde Wiesbauer, Striegltochter von Gallenberg, verehelicht.
1841 vertauscht Michl Pöschl das Haus mit Johann und Anna Scheibenzwang, Zimmermeister am Anger in Altheim auf Nr. 43.
1851 geht das Haus durch Kauf an Sebastian und Anna Lutz, Metzgereheleute, über.
1854 übernimmt Mathias, Sohn des Sebastian und Anna Lutz, Haus und Metzgerei. Mathias heiratet Theresia Reitmaier, Wirtstochter von Pirath bei St. Veit.
1862 wird das Eigentumsrecht vom Sandhaus an Ferdinand und Katharina Mayer einverleibt.
1870 kauft das Haus Franz Finsterer, Metzger, und verehelicht sich mit Maria Berger.
1879 folgt der Kauf von Josef, Sohn des Josef Putscher - Metzger in Altheim und heiratet Elisabeth Mairinger, Tochter des Georg Mairinger, Auszugbauer vom Michlbauergut in Winklham.
1885 ergeht das Eigentumsrecht an die Eheleute Raimund und Pauline Buchleitner.
1912 die verwitwete Marianne Prohaska verkauft um 56.000 Kronen das Weinwirtsanwesen an Rudolf und Theresia Dirmaier, Private von Polling.
1927 kauft das Haus die Sparkasse Mauerkirchen und errichtet im 1.Stock eine Filiale. Als Pächter des Gasthauses und Weinhauses war von 1927 bis 1936 Leopold Feichtenschlager, allseits Gruber Poidl genannt. Bis 1939 führt seine Frau Leopoldine Feichtenschlager das Gasthaus weiter. Es folgen noch andere Pächter wie Berta Wimmer und Heinrich und Maria Peyrer.
1956 ergeht durch Kauf das Eigentumsrecht an Heinrich und Maria Peyrer, Gasthaus "Heini" genannt. Heini war langjähriger Braumeister in der Brauerei Wurmhöringer.
1977 Sohn Helmut übernimmt von Maria und Heinrich Peyrer das Gasthaus. Die Heini-Leute bleiben im Haus. Im November 1977 stirbt Heinrich Peyrer bei einem Verkehrsunfall und das Gasthaus wird geschlossen.
1979 kaufen das Haus Franz und Johanna Wurmhöringer, Brauereibesitzer am Marktplatz in Altheim.
1982 Die Eheleute Johanna, Tochter der Brauerei Wurmhöringer, und Josef Baumkirchner, Tischler aus Fraham, Gemeinde Roßbach, übernehmen das Haus. Das Gasthaus wird umgebaut und vergrößert und umfasst ein Restaurant sowie eine Pension mit 30 Betten.

In den darauffolgenden Jahren wurde nochmals vergrößert:
1983 Gastgarten, 1984 Nebenzimmer mit ca. 80 Sitzplätzen, 1986 neue Außenfassade. 1989 erfolgte eine nochmalige Erweiterung der Pension. 1992 wurden anlässlich unseres 10-jährigen Geburtstages die besten Jahrgangsweine des Weingutes Urbanihof aus Fels am Wagram zu unseren Jubiläumsweinen ausgewählt. Eine limitierte Anzahl von jeweils 1.000 Flaschen dieses edlen Weines lagerte im Vinothekskeller. Jede Flasche trägt eine eigene Nummer. Alle Weine verfügen über eine gute Lagerfähigkeit und sind hochwertig in ihrer Qualität.

Das ehemalige Sandhaus am Marktplatz 9 wird heute als Gasthof - Pension sehr familär geführt. Es umfasst Restaurant, Nebenzimmer, Gastgarten, Seminarraum sowie nach der neuerlichen, aus Platzmangel notwendigen Erweiterung 1996, weitere Gästezimmer mit nunmehr insgesamt 82 Betten, teilweise mit Balkon und Terrasse in ruhiger Lage, die mit Dusche, WC, TV-Kabel-Fernsehen und Telefon ausgestattet sind.